äglich dasselbe Bild auf deutschen Autobahnen: Statt rollender Massen erblickt man festgefahrene Karossen im Stau. Wer hat sich da nicht schon einmal gewünscht, das Gaspedal durchzudrücken und die Verkehrshindernisse einfach wegzuschieben? In der Regel scheitern derartige Vorhaben schon vor der Durchführung bei den Gedanken an die knappe Haushaltskasse, die nach dem Kauf der aktuellsten Grafikkarte keinen Totalschaden am fahrbaren Untersatz mehr zulässt. Da hilft nur: Zähne zusammenbeißen, den Stau aussitzen und den Frust hinterher zu Hause am PC wieder rauslassen. Dank schneller Rechenknechte und den finnischen Entwicklern von Bugbear wird unser Traum von der perfekten Massenkarambolage am PC umgesetzt.
Ein kleiner Crashkurs
Dabei ist „FlatOut: Ultimate Carnage“ alles andere als eine echte Neuerscheinung. Im Gegenteil, es handelt sich eher um eine überarbeitete Version der zweiten Generation. Am Anfang stand „FlatOut 2“ am PC, das mit etwas mehr poliertem Chrome als „Ultimate Carnage“ für die Xbox 360 umgesetzt wurde. Jetzt hat der Titel in nochmals aufgebohrter Fassung den Weg zurück auf die PC-Piste gefunden. Doch hat sich das Tuning wirklich gelohnt, oder können erfahrene Rennpiloten auf das Turbomodell verzichten und dem alten Hobel treu bleiben? In der Tat sind viele der Werte gleich geblieben, doch nichtsdestotrotz liest sich die Bestandsliste im Rennstall vielversprechend. Insgesamt stehen 39 Rennpisten in sechs verschiedenen Umgebungen bereit, um sich von unseren rollenden Blechhaufen zerlegen zu lassen. In Wüsten, Wäldern, Feldern und Städten lässt sich so ziemlich alles zerlegen, was nicht niet- und nagelfest ist.
Das Spiel mit der Physik
Laut Bugbear Entertainment befinden sich auf jeder Strecke sagenhafte 8000 Objekte, die weggeschleudert oder zerbröselt werden können. Gartenzäune werden zu Kleinholz verarbeitet, Absperrhütchen wirbeln durch die Luft, und auch die Autos sehen von Runde zu Runde zerknautschter aus. Allerdings sind die Karossen dabei eigentlich viel weniger beschädigt, als man es erwarten sollte. Wenn ein Wagen im Format eines Minicoopers in einen riesigen Stahlcontainer rast und dieser wie eine Feder durch die Luft wirbelt, das Auto jedoch nur eine kleine Delle abbekommt, wirkt das äußerst unglaubwürdig.
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Das fetzt! Der Geschwindigkeitsrausch sorgt für einen Adrenalinkick. Auch das tolle Kollisionsmodell leistet hierzu seinen Beitrag.
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Andererseits würde übertriebener Realismus den Spielspaß hier auch zu sehr einschränken. Dafür funktioniert das Kollisionsmodell hervorragend; kleine Unfälle können auch zu unterhaltsamen Dominoeffekten zwischen einzelnen Objekten führen, und in späteren Runden sehen die Rennstrecken eher wie Schlachtfelder aus.
Wofür die Mühe?
Doch warum nimmt man die ganzen Unfälle in Kauf? |
Mit im Wagen sitzen verschiedene Rennmodi, wobei der Carnage-Modus die einzige Neuerung darstellt. Hier gilt es, 36 Herausforderungen zu meistern und dabei möglichst hohe Punktzahlen zu ergattern. Im FlatOut-Modus hingegen tritt man in Rennen gegen seine Kontrahenten an, um durch die Gewinne neue Autos und Tuningzubehör zu erwerben. Für die Schumachers unter euch sollte es kein Problem sein, auf diese Weise die insgesamt 48 Karossen freizuschalten.
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Alles neu? Wer „FlatOut 2“ noch nicht gespielt hat, dürfte von der gebotenen Vielfalt begeistert sein. Alle anderen sind es weniger.
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Der Fuhrpark wird im Derby-Modus hinterher fachgerecht zerlegt. Hier zählen fahrerisches Geschick und Geschwindigkeit nur sekundär, denn die anderen Autos müssen zu Altmetall verarbeitet werden, während man selbst möglichst wenig Kratzer im Lack kassieren sollte, um als Letzter fahrtauglich zu bleiben. Die KI schlägt sich dabei sehr gut und die Rennen wirken in der Regel sehr fair.
Wer den Computer nicht mit der Berechnung künstlicher Intelligenzen belasten möchte, sollte sich in den Stunt-Modus stürzen. Dieses mittlerweile obligatorische Renn-Event gehört nach wie vor zu den witzigsten Rennspielblüten am Monitor. In halsbrecherischen Stunts muss der Fahrer – oder in der deutschen Version ein Dummy – dabei in der Regel mit einer möglichst idealen Geschwindigkeit und im passenden Winkel aus dem raketenbetriebenen Auto geschleudert werden, um möglichst weit oder hoch zu fliegen, Bowlingpins umzuwerfen oder in einem Fußballtor zu landen.
Wo ist Button A?
Klar, dass solcherlei Späßchen im Mehrspielermodus noch witziger sind als solo. Leider merkt man „Ultimate Carnage“ hier die Konsolenherkunft an, denn als Plattform für Multiplayer-Matches wird Microsofts Live-Service genutzt. Der ist für PC-Spieler zwar mittlerweile kostenlos, trotzdem krankt er in Vergleich zu anderen Spielelobbys an schlechter Bedienbarkeit und dem Fehlen eines Webinterfaces für die bequeme Verwaltung des Accounts. Kein Wunder also, dass sich online nur selten Mitspieler finden. Dazu kommt die Tatsache, dass die Menüsteuerung ebenfalls eins zu eins von der Xbox übernommen wurde. Andauernd sollen wir Buttons drücken, und die Navigation über die Pfeiltasten ist einfach nervenzehrend. Eine Maussteuerung wäre hier die bessere Lösung gewesen. Abgesehen von diesen kleinen Schnitzern gibt man sich bei Bugbear aber keine Blößen.
Vorsprung durch Technik
Die Grafik fordert zwar einen rechenstarken Motor im PC, dafür sieht das neue „FlatOut“ aber auch so gut aus wie noch kein „FlatOut“ zuvor. Die optischen Änderungen im Vergleich zu „FlatOut 2“ mögen auf den ersten Blick kaum auffallen, machen sich aber dennoch bemerkbar. Neben den detaillierten Fahrzeugmodellen und den verformbaren Karossen fallen besonders die hübschen Partikeleffekte wie Funkenflug und das mitreißende Geschwindigkeitsgefühl auf. Dieses wird akustisch unterstützt; quietschendes Blech und röhrende Motoren werden von einem rockigen Soundtrack untermalt, der zu der Karambolage auf der Rennstrecke passt.
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