anchmal kann sich Geduld enorm auszahlen. Wer warten kann, der wird belohnt und manchmal sogar reich beschenkt. Wie heißt es so schön: Die letzten werden die ersten sein. Das gilt im Besonderen bei „GTA IV“, auf das PC-Spieler deutlich länger warten müssen als Konsoleros. Die im Netz kursierende Hiobsbotschaft, dass Niko Bellics PC-Auftritt sich um zwei weitere Wochen verschiebt, hat glücklicherweise nicht zum befürchteten Aufmarsch zahlreicher Lynchmobs vor der deutschen Niederlassung von Take 2 geführt. Statt dessen sind wir kürzlich vor den heiligen und vergoldeten Take-2-Toren aufgetaucht, um uns „GTA IV“ mal an den hauseigenen Rechnern anzusehen. Eins können wir jetzt schon sagen: Die Warterei lohnt sich, und zwar nicht nur, weil das Spiel auf dem PC einfach besser aussieht, sondern auch, weil es einige nette Features hat, die den Konsolenbesitzern vorenthalten wurden.
Am eigentlichen Gameplay und der Story hat sich nichts verändert. Ihr schlüpft also in die Rolle des osteuropäischen Einwanderers Niko Bellic. Der Mann mit der Kopfform eines Ziegelsteins ist gerade mit zahlreichen anderen Immigranten in Liberty City angekommen, will den amerikanischen Traum leben und sich an einem Landsmann rächen.
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Filmreife Inszenierung Killerstories und romantische Sonnenuntergänge: Auf dem PC sieht „GTA IV“ noch filmischer aus als an der Konsole.
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Leider wartet in den USA sein Cousin Roman auf ihn. Der verfügt angeblich über gute Verbindungen, um Niko seinen Wünschen ein Stück näher zu bringen. Leider entpuppen sich der Verwandte und dessen Freunde als Ganoven, und Niko rutscht immer mehr in kriminelle Angelegenheiten hinein, mit denen er eigentlich gar nichts zu tun haben will.
Alles wird besser
So weit, so altbekannt die Handlung von „GTA IV“. Die PC-Fassung setzt sich von den Konsolenversionen natürlich vor allem aufgrund ihrer enormen Grafik-Pracht ab. Das wurde uns bereits bei den ersten Szenen des Spiels klar. |
Ok, die Hardware, die Take 2 aufgefahren hatte, war auch nicht gerade vom Aldi um die Ecke. Immerhin glitt Liberty City geschmeidig auf einem 60“-Full-HD-Fernseher an unseren Augen vorbei und die Spiele-CD rotierte in einem Rechner mit Core2 Duo-Prozessor und GTX 280er-Grafikkarte. Jetzt wird der eine oder andere natürlich schreien: „Auf so einer Kiste und mit so einem Fernseher dürfte selbst ,Pong’ hervorragend ausschauen und den Betrachter vor Brillanz blind machen!“.
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Unreine Haut Der Detailreichtum ist enorm. In Nikos Gesicht ist jede Pore und Unreinheit erkennbar.
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Das mag ja sein, aber wir sind uns trotzdem ziemlich sicher, dass „GTA IV“ selbst auf einem mittelmäßigen Rechner besser aussehen wird als seine Konsolenverwandten. Nach oben scheint es mal wieder keine Grenzen zu geben. Besitzer eines Über-PCs werden beispielsweise einen photorealistischen Look bei einer Auflösung von 2560x1600 genießen können. Aber zurück zur Grafik-Pracht.
Uns wurde eine bekannte Mission aus „GTA IV“ präsentiert, bei der Niko mit seinen irischen Kollegen eine Bank ausraubte. Das Ganze lief etwas schief, und daher musste die Bande sich durch Chinatown und das U-Bahn-System von Liberty City ballern. Bereits die einleitende In-Game-Sequenz sah atemberaubend aus. Jede noch so kleine emotionale Reaktion der Figuren ließ sich von deren Gesichtern ablesen. Jedes Grübchen und jede Pore an der Visage des Helden waren erkennbar. Auf diesem hohen Detailniveau ging es in der Stadt weiter. Die Schatten- und Lichteffekte hatten definitiv Filmqualität, und besonders in puncto Weitsicht sah die PC-Fassung um Längen besser aus als die Konsolenversionen. Außerdem scheint auf den Straßen einfach mehr los zu sein. Das liegt an einem exklusiven PC-Feature, dank dem der Spieler jederzeit die Verkehrsdichte selbst bestimmen kann. Bei der Präsentation war diese auf 75 Prozent eingestellt. Zum Vergleich: Auf der Xbox 360 und der PS3 ist der Verkehr automatisch und konstant auf 33 Prozent. Auch bei den Feuergefechten zwischen Gaunern und Polizisten fielen unseren Adleraugen weitere liebevoll gestaltete Details auf: Nikos heißer Atem schickte Rauchwölkchen durch die kalte Luft, einschlagende Kugeln schleuderten kleine Gesteinsbrocken durch die Gegend und das glänzende Kopfsteinpflaster reflektierte das matte Licht der Straßenlaternen – so muss eine filmreife Kulisse ausschauen.
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