Home
News
Tests
Vorschau
Specials
Interviews
Spieledatenbank
Leserwertung
RSS-Feeds
Komic
Feedback
Jobs
Impressum
Umfrage
Für wie glaubwürdig hältst du deutsche Onlinemagazine?
 
 

LEGENDARY

Artikelbild

V

iele kleine Entwicklerschmieden müssen regelrechte Fließbandarbeit abliefern, um sich überhaupt über Wasser zu halten. Da kann man sich nicht mal eben für einige Jahre zurückziehen und am Spiel des Jahres tüfteln. Wer einen Flop abliefert, bekommt selten die Chance für einen zweiten Versuch. Im Falle der Firma Spark Unlimited liegen die Dinge anders. Nach ihrem unterdurchschnittlichen Sci-Fi-Weltkriegshooter „Turning Point: Fall of Liberty“, dürfen die Damen und Herren noch mal ran. Anstatt gegen Nazis zu kämpfen, mäht ihr euch in „Legendary“ durch Horden von mythischen Monstern. Eins kann man bereits jetzt festhalten: Die Entwickler scheinen nicht viel dazugelernt zu haben.

Aus Fehlern muss vor allem der Kunstdieb Charles Deckard lernen. Er erhält vom Millionär Ormond LeFey den Auftrag, die sagenumwobene Büchse der Pandora zu beschaffen. Neugierig, wie Diebe nun mal sind, öffnet er die ansehnliche Kiste und entlässt dadurch zahlreiche finstere Fabelwesen in die Welt der Menschen – darunter Werwölfe, Greife, feuerspuckende Kröten und anderes hungriges Getier. Als wäre das nicht genug, brennt sich auch noch ein seltsames Siegel in die linke Pfote des Helden. Damit kann der Langfinger fortan die so genannte Animus-Energie der getöteten Kreaturen in sich aufnehmen. Mehr und mehr muss Deckard erkennen, dass LeFey nicht unbedingt Gutes mit der Büchse im Schilde führt. Ein Mann, der Hauptmitglied in einem Verein namens Schwarzer Orden ist, spendet eben selten Geld an „Brot für die Welt“. Bevor der Globus vollkommen zu Grunde geht, muss der Spieler die Dinge wieder ins Gleichgewicht bringen und vermeiden, dass die Büchse in die falschen Hände gerät.

Erstklässler und Oberstufler
Der Weg zu diesem Ziel ist steinig und blutig. An allen Ecken lauern Gefahren, egal ob ihr euch gerade durch die New Yorker Straßen ballert oder das U-Bahn-System des Big Apples unsicher macht. Auch in England sieht es nicht unbedingt rosig aus. Dort haben Werwölfe einen ganzen Londoner Vorort in den Klauen. Der Spieler ist glücklicherweise nicht der Einzige, dem am Erhalt der Welt etwas liegt. Denn da ist noch der geheimnisvolle Rat der 98, dessen Soldaten immer wieder im Spielverlauf auftauchen und euch zur Seite stehen. In diesem Zusammenhang sollte man allerdings eher von Kanonenfutter sprechen, denn die Kerle tun recht wenig, um das Leben von Deckard zu schützen. Häufig schießen die militärischen Ratsmitglieder immer nur kleine Salven auf Werwölfe und Feuerkröten ab, bevor sie mundgerecht von diesen zerkleinert werden. Sobald eine Gruppe der Mitstreiter das Zeitliche gesegnet hat, kommt schon die nächste angedackelt, und das blutige Spielchen geht von vorne los. An einigen Stellen sorgt dieses dumme Verhalten durchaus für die nötige Atmosphäre. Ab und an bewegt man sich beispielsweise durch enge Gassen und ballert sich den Weg frei, während ringsherum Chaos herrscht und Kameraden zerfleischt werden. Ansonsten nervt das Frischfleisch-Verhalten der Mitstreiter.

Gigant aus Schrott
Der gigantische Golem aus Gesteinsbrocken und Wracks ist mit Abstand der beeindruckendste Endgegner in „Legendary“.

Zum größten Teil keimte bei uns das ungute Gefühl auf, mit einer vollkommen hohlen und austauschbaren Truppe von unfähigen Erstklässlern unterwegs zu sein. Auf Oberstufenniveau bewegt sich der Intelligenzquotient der menschlichen und tierischen Gegner. Die Schießprügelknaben des schwarzen Ordens wechseln die Deckung und schicken recht gezielte bleierne Grüße in Richtung Spieler – wenn sie nicht, wie wir ab und zu beobachten konnten, auf der Stelle stehen und gar nichts machen oder wie in einer Endlosschleife von rechts nach links laufen.

Die mythischen Monster schneiden da schon besser ab. Besonders die schwer vorhersehbaren Bewegungen der Werwölfe können überzeugen. Die possierlichen Kerlchen krabbeln Wände entlang und werfen mit Gesteinsbrocken, Mülleimern sowie Sitzbänken nach einem. Uns kinderlieben Krawall-Redakteuren haben natürlich die so genannten Naris am besten gefallen. Bei den transparenten Gören handelt es sich um die Seelen verstorbener Kinder, die allerlei Schabernack anstellen. Die Sprösslinge stibitzen wichtige Ventile und beseelen Gegenstände. Ein Naris flog zum Beispiel in einen Cola-Automaten, der uns prompt mit Dosen beschoss.

Euch steht das Shooter-Standard-Arsenal zur Verfügung, um es mit den Fabelwesen aufzunehmen. Im Angebot wären also Scharfschützengewehre, MGs, Granaten und Molotov-Cocktails.

Style over Substance
Trotz einiger guter Momente bietet „Legendary” fast ausschließlich Egoshooter-Standards.

Besonders der Einsatz der letztgenannten Pulle mit Hochprozentigem sieht ungewollt komisch aus. Der Held stößt die Flasche von sich wie ein Kugelstoßer, anstatt sie im hohen Bogen zu werfen.

Da haben wir unsere selbstgebauten Krawall-Brandbomben bei den Chaostagen in Hannover schon weiter geworfen. Trotzdem kann man sich über derartige Humoreinlagen freuen, denn der recht eintönige Spielverlauf ist alles andere als preisverdächtig. Das Ganze läuft beständig nach dem typischen „Betrete Raum, töte Monster, finde und betätige großen knallroten Schalter, gehe in nächsten Raum und töte noch mehr Viecher“-Schema ab.

Aus der spielerischen Lethargie reißen einen manchmal die großen Minibosse. Bereits im ersten Level sorgt ein gigantischer Golem aus Gesteinsbrocken und Autowracks für Chaos auf den Straßen von New York. Riesige Greife schnappen sich Passanten, teilen sie in der Mitte durch wie Milchschnitten oder reißen sie in die Lüfte. Im Vergleich zur Xbox-Fassung von „Legendary“ gibt es am PC deutlich weniger Slow-Downs und Pop-Ups zu sehen. Dafür ist der Rest der grafischen Präsentation ähnlich durchwachsen wie an der Konsole. Es gibt durchaus hübsche und atmosphärische Dinge zu sehen, beispielsweise die rötlich-blau schimmernde Animus-Energie, die von Blitzen durchzogen wird, oder die Feuer spuckenden Kröten, die sich aufplustern und rot glühen.

Schlimm sieht es hingegen bei den Gesichtszügen der Charaktere aus: Deckards Mitstreiterin Vivian Kane legt in den Zwischensequenzen Gesichtsentgleisungen an den Tag, die jede Botox-Süchtige in den Schatten stellen dürften. Bei den Spielumgebungen schaut es ähnlich aus. Die Kanalisation unter New York wirkt zwar dank grünem Schleim und versifften Gewässern recht stimmungsvoll, aber wer sich die Objekte mal näher betrachtet, stellt zahlreiche Ungereimtheiten fest: Die glitzernden Wandtexturen sehen aus wie Zuckerguss, und es liegen stets die gleichen Leichenmodelle herum.

Immer gleich ist übrigens auch die Musik. Gerade mal ein einziges Hardrockthema, das ab und an ein wenig abgewandelt wird, erklingt aus den Boxen. Die deutschen Synchronsprecher haben eine eher einschläfernde Wirkung, und in den Zwischensequenzen tauchen Tonaussetzer auf. Wie der Multiplayer ausgefallen ist, können wir leider nicht wirklich sagen, da wir einfach niemanden zum Spielen gefunden haben – selbst nach dem zwanzigsten Versuch nicht. Infos zum Mehrspieler wollen wir euch natürlich trotzdem nicht vorenthalten: Es treten verschiedene Teams gegeneinander an, wobei man nicht nur die Gegner plattmachen, sondern sich auch noch gegen Horden von Monstern zur Wehr setzen muss. In die Körper der Werwölfe und Kröten kann man selbst leider nicht schlüpfen.

Zum Fazit

Test bewerten:      
Die KGN-Story #18b: Mudda Kombat, Teil 2 Die KGN-Story #18a: Mudda Kombat, Teil 1

Lesenswert

Dead Space: Downfall

Was taugt der Animationsfilm zum Gruselshooter?

Muskeln essen Seele auf

Aus der Wissenschaft: Muskolöse Helden und knackige Babes machen Spieler unglücklich

Gewalt und Spiele

In München trafen sich die Spielekritiker zur Hexenverbrennung

Braid

Das geniale Spiel mit der Zeit und einer tiefgründigen Handlung kommt zum PC!

Gears of War 2

Import-Test: Microsoft boykottiert in Deutschland sein eigenes Spiel des Jahres

Ein Mods-Spektakel

Der Oblivion Lost Mod macht das alte S.T.A.L.K.E.R. fit


Top-Downloads
… der letzten 24 Stunden

Leserwertung der Woche

  1. 1

    TrackMania Nations Forever: so ein Spiel umsonst gibts nur einmal!!!

    80% von Elite7 (16) 2009-01-03T22:02 100

    0.3
  2. 2

    FlatOut 2: Super Spiel für 10,00 Euro

    88% von Sycon (14) 2009-01-03T23:16 100

    0.3
  3. 3

    Bier-Tycoon: Eine Beleidigung für die Kunden - klar DURCHGEFALLEN

    23% von Imperator1 (2) 2009-01-03T19:02 100

    0.3
  4. 4

    Grand Theft Auto IV: Der Kracher schlechthin,wenn es irgendwann mal fertig wird!!

    60% von doenerkr (1) 2009-01-03T13:56 100

    0.3
  5. 5

    Hearts of Iron II: Ausgezeichnetes Strategiespiel.

    94% von Der_Landser (9) 2009-01-06T11:01 100

    0.3
 
© Copyright Krawall Gaming Network GmbH . Alle Rechte vorbehalten.