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STARGATE WORLDS

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m zweiten Tag der Games Convention sollten wir in einem knallgelben Hummer Platz nehmen, um mit Kevin Balentine, Marketingleiter von FireSky, zu plaudern. Geplantes Gesprächsthema war der im kommenden Jahr erscheinende MMORPG-Titel „Stargate Worlds“. Eigentlich waren wir kurz davor, dem werten Herrn abzusagen, denn in der Regel platzieren wir unsere Knackärsche nicht in derartigen Benzinschleudern. Als wir aus der Ferne allerdings bereits sahen, dass das Fahrzeug gasbetrieben war und ein höflich dreinblickender Mann uns die Hand entgegenstreckte, konnten wir doch nicht wiederstehen. Wie ein Kätzchen schnurrte der Motor los und wir fuhren für eine knappe halbe Stunde durch Leipzig. Beim Gespräch auf der Rückbank unterhielten wir uns über den „Stargate“-Titel, „World Of Warcraft“ und Spielesucht.

Krawall: Die Sternentore sind ja quasi der Hauptaufhänger der „Stargate“-Serie. Wie genau funktionieren die im Spiel?
Kevin Balentine: In der Ursprungs-Mythologie dienten die Sternentore dazu, die Leute von einem Planeten zu einem anderen zu transportieren. Um einen bestimmten Ort erreichen zu können, braucht man natürlich zunächst eine Adresse. Als Spieler musst du die nicht zuerst sammeln, sondern sie wird dir zu Beginn einer Mission gegeben. Danach kannst du jederzeit wieder zu dem besuchten Himmelskörper zurückkehren. Ein neues Sternentor auf einem Planeten wird man allerdings nicht immer leicht betreten können. Diese Orte sind streng bewacht, weil sie zum Beispiel eine große Rolle für den Handel spielen.

Krawall: Da haben sie uns ein gutes Stichwort gegeben. Wird es so etwas wie ein Handelssystem in „Stargate Worlds“ geben?
Balentine: Es soll so etwas wie Auktionshäuser im Spiel geben. Es kann allerdings sein, dass derartige Features noch nicht von Anfang an dabei sein werden. Wir werden erst einmal versuchen, die Ökonomie der Spielwelt auszubalancieren und dann derartige Zusätze herausbringen.

Krawall: Es gibt ja mittlerweile viele Ableger von „Stargate“. Neben einer Zeichentrickserie gibt es noch zahlreiche Filme und Serien wie „Stargate Atlantis“ und „Stargate Infinity“. Wie sollen all diese Spin-Offs im Spiel untergebracht werden?
Balentine: Wir wollen die zahlreichen Fans natürlich nicht enttäuschen, aber wir konnten einfach nicht alle Facetten der ganzen Ableger ins Spiel übertragen. „Stargate World“ soll eben auch spielbar sein für Leute, die noch nie eine Folge gesehen haben. Wir haben uns bei der Entwicklung des Spiels vor allem auf die Grundelemente der „Stargate – Kommando SG-1“-Serie konzentriert. „Stargate Worlds“ wird zwischen der achten und neunten Staffel spielen.

Krawall: Das heißt, der Spieler kann auch auf die zahlreichen Kulturen der Serie zurückgreifen?

Kleiner Mann, große Brille
Kevin Balentine von FireSky beantwortete unsere Fragen und zeigte uns Leipzig vom Hummer aus.

Balentine: „Stargate Worlds“ wird dem Spieler die Möglichkeit bieten einen Archetypen zu wählen. Auf der menschlichen Seite kann er zum Beispiel einen Archäologen steuern wie Dr. Daniel Jackson in der Serie. Oder er schlüpft in die Rolle einer Wissenschaftlerin wie Dr. Samantha Carter. Wer auf die menschliche Rasse keine Lust hat, kann genauso gut auch eine Klasse der Goa’ulds oder Jaffas spielen. Wir haben also quasi die Hauptcharaktere der Serie genommen und nach ihnen Archetypen für das Spiel kreiert.

Krawall: Wird der Spieler gemäß seiner Kulturwahl unterschiedliche Handlungsstränge erleben können?
Balentine: Je nach Wahl wird man stets verschiedene Perspektiven auf die Story haben. Wer das gesamte Spiel in der Rolle eines Menschen durchzockt und dann einen Asgard-Charakter wählt, wird zwei vollkommen unterschiedliche Aspekte der Handlung erleben können. Die einzelnen Missionen werden sich natürlich auch unterscheiden.

Krawall: Wie sieht das Verhältnis zwischen Missionen aus, die man alleine meistern, und denen, die man nur in einer Gruppe erledigen kann?
Balentine: Rund achtzig Prozent der Missionen von „Stargate Worlds“ wird der Spieler alleine meistern können. Wer in einem Team von drei bis fünf Leuten agiert, profitiert allerdings davon. Die Kommandos, also unsere Version von Gilden, können im Laufe des Spiels einzigartige Fähigkeiten erlangen, die nur in der Gruppe ausführbar sind.

Krawall: Es gibt ein bestimmtes Gesprächsthema, dass gerade in Deutschland die Runde macht. Einige Leute werfen Spielen wie „World of Warcraft“ vor, dass sie darauf ausgelegt sind, die Leute abhängig zu machen und sie somit bei der Stange zu halten. Wie denken Sie über derartige Vorwürfe?

Vielfältige Welten
Die zahlreichen unterschiedlichen Planeten und Galaxien sorgen laut Kevin Balentine für die nötige Abwechslung.

Balentine: Ich denke, der Hauptgrund für das Suchtpotential von „WoW“ liegt in der gigantischen Zeitspanne, die der Spieler hinter sich bringen muss, um den höchsten Level zu erreichen. Im Durchschnitt dauert das ungefähr 500 Stunden. Ich selbst arbeite immer noch daran.

Bei uns wird der Spieler deutlich weniger Zeit investieren müssen, um den maximalen Levelgrad zu erreichen. Wer dann weiterzocken will, kann zum Beispiel das Spiel aus der Sicht einer anderen Kultur noch mal erleben. Außerdem werden wir regelmäßig den höchstmöglichen Charakterrang nach oben schrauben und neue Missionen ins Spiel integrieren.

Krawall: Aber dann funktioniert „Stargate Worlds“ ja doch nach dem Prinzip eines Spieles, das kein Ende hat. Warum nicht mal einen Titel entwickeln, der einzelne Teile anbietet, die sich auch zu Ende spielen lassen?
Balentine: Die MMORPGs sind ja ausgelegt für ganz unterschiedliche Spielertypen. Es gibt Leute, die lieber alleine unterwegs sind, und andere, die gerne in Gruppen agieren. Andere Spieler hören einfach auf, sobald sie den höchsten Rang erreicht haben. Für den nächsten fängt zu diesem Zeitpunkt das Spiel erst so richtig an. Es ist wie im Leben, es gibt immer wieder neue Dinge zu erleben und zu tun. Jeder kann tun, worauf er gerade Lust hat.

Krawall: Inwiefern arbeiten Sie mit den Machern der anstehenden dritten „Stargate“-Serie zusammen?
Balentine: Wir kommunizieren häufig mit den Drehbuchautoren der neuen Serie. Der Spieler soll später Parallelen zwischen Ereignissen in einzelnen Folgen und in „Stargate Worlds“ ziehen können. Es kann also durchaus sein, dass etwas, das der Spieler beim Zocken erlebt, später in einer Episode auftaucht oder umgekehrt. Brad Wright, einer der Urväter der Serie, teilte uns vor einiger Zeit sogar mit, dass er manche unserer Charaktere in den neuen „Stargate“-Film integrieren möchte.

Krawall: Natürlich müssen sich Titel wie „Stargate Worlds“ immer mit einem Referenztitel wie „World of Warcraft“ messen. Daher die Standardfrage: Wie wird sich Ihr Spiel von Blizzards Kronjuwel unterscheiden?
Balentine: Da fallen mir direkt mehrere Unterschiede ein. Zunächst wäre da mal unser Kampfsystem. Es ist wesentlich taktischer ausgelegt und basiert fast vollständig auf dem Einsatz von Feuerwaffen. Natürlich wird es auch einige Nahkampfwaffen geben, aber die sind nur bestimmten Alien-Charakteren vorbehalten. Taktische Aspekte werden vor allem verschiedene Deckungsmöglichkeiten während eines Kampfes bieten.

„Stargate Worlds“ wird im Gegensatz zu den meisten anderen MMORPGs Mini-Games beinhalten. Diese sind dem Rang des Charakters entsprechend unterschiedlich schwierig. Wer sich auf Level 1 befindet, muss zum Beispiel nur das richtige Kabel bei einer Bombe durchschneiden. Für einen Spieler auf Level 50 wird diese Rätseleinlage wesentlich komplizierter sein.

Krawall: Vielen Dank für das Gespräch und die Rundfahrt im Hummer.
Balentine Gern geschehen. 

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